Fotoalbum oder Fotobuch

 


 

Das Fotobuch läuft dem klassischen Fotoalbum mehr und mehr den Rang ab. Verantwortlich hierfür ist mit Sicherheit die Dominanz der digitalen Fotografie sowie der Umstand, dass ein Fotobuch heutzutage ohne großen Aufwand erstellt werden kann. Doch was sind eigentlich die wesentlichen Unterschiede zwischen einem Fotobuch und einen Fotoalbum? Ändert sich die Art, Fotos zu archivieren und zu präsentieren, durch dieses neue Medium grundlegend? Tatsache ist, dass die Begriffe verwaschen werden und viele Fotobuchanbieter wie unter anderem Albelli auch den Begriff des Fotoalbums verwenden. Gemeint ist mit beiden Begriffen in den gängigen Onlinshops jedoch immer ein und dasselbe produkt: Fotos werden auf einzelner Seiten gedruckt und zu einem Buch gebunden. Erstellt wird das invidiuelle Werk meist mit firmeneigenen kostenlosen Programme, die sehr einfach zu bedienen sind.

 

Unterschiedliche Voraussetzungen

Vor vielleicht noch zehn Jahren war es für viele (Hobby-) Fotografen eine Selbstverständlichkeit, ein Fotoalbum anzulegen. Sie fotografierten analog, besaßen in der Regel ohnehin Papierfotos, wenn sie sich nicht für Dias entschieden, und an das moderne Fotobuch war noch nicht zu denken. Alle Voraussetzungen, um ein Fotoalbum anzulegen, waren erfüllt, solange man überhaupt in der Lage war, Fotos aufzunehmen sowie entwickeln zu lassen, die notwendigen Utensilien wie das Album, Fotokleber etc. zu erwerben und ein wenig Zeit zu opfern.

Durch den technischen Fortschritt gewann die Digitalfotografie aber immer mehr an Bedeutung – wer den Umstieg von analog auf digital vollzog, hatte plötzlich nicht mehr automatisch Papierfotos zur Verfügung, sondern erst einmal lediglich digitale Bilddateien. Mithilfe dieser war und ist es allerdings kein Problem, Papierabzüge zu bestellen. Ohne Frage hat die digitale Fotografie uns aber auch ein wenig bequemer gemacht: Oft sparte man sich die Zeit, Papierabzüge zu bestellen, und ließ die Bilddateien mehr oder weniger unbeachtet auf dem PC „verstauben“. Schließlich war die Spannung weg: Man konnte sofort sehen, wie die Fotos geworden sind, und benötigte hierzu keine Negative, Papierfotos oder Dias mehr. Der Ansporn, ein Fotoalbum zu erstellen, sank so sicherlich für viele Personen.

 
Fotoalbum
 

Aus dieser Lethargie konnte die Möglichkeit, ein Fotobuch zu erstellen, allerdings manch einen Digitalfotografen retten. Jetzt war es möglich, ohne Umweg über das Papierfoto eine optisch attraktive Fotopräsentation zu zaubern, die man auch im Alltag ohne Hilfe von PC und Co. vorzeigen konnte. Hierzu musste man aber ohne Frage aus technischer Hinsicht auf der Höhe der Zeit sein. Wer heute noch keinen eigenen PC, keinen Internetanschluss und keine Digitalkamera besitzt, sieht sich einem enormen Aufwand gegenüberstehen, wenn er ein Fotobuch erstellen möchte. Problematisch ist dabei vor allem, dass die Aufnahmen erst digitalisiert werden müssten. Da allerdings anzunehmen ist, dass PC, Digitalkamera und Internet für die allermeisten Haushalte in Deutschland inzwischen eine Selbstverständlichkeit sind, besitzt diese vermeintliche Hemmschwelle heutzutage kaum Bedeutung. Die Fotobucherstellung verlangt somit zwar einen höheren technischen Einsatz, die technischen Möglichkeiten stehen aber in der Regel ohnehin zur Verfügung. Insgesamt betrachtet präsentieren sich sowohl Fotoalbum als auch Fotobuch als Produkte einer bestimmten Zeit, die geprägt ist von den jeweiligen technischen Möglichkeiten. Dies bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass das Fotoalbum komplett ausgedient hat.

 


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Variantenreichtum bei Fotobuch und Fotoalbum

Sowohl beim klassischen Fotoalbum als auch beim Fotobuch ist ein gewisser Variantenreichtum zu unterstellen. Das Fotoalbum gibt es nicht nur in diversen Größen, sondern auch mit unterschiedlichen Ausstattungsmerkmalen. Ein schicker Klassiker ist dabei ein Fotoalbum mit weißen oder anders einfarbig gefärbten dicken Seiten, die zusätzlich durch ein transparentes Papier, das eine gewisse Schutzfunktion übernimmt, voneinander getrennt werden. Auf den dickeren Albumseiten werden die Fotos mit Fotoecken oder Fotokleber angebracht. Noch hochwertiger sind allerdings klassische Fotoalben, die mit Passepartouts arbeiten und jedes Foto durch eine aufwendige Einrahmung hervorheben. Es gibt aber auch sehr einfache Modelle, die zum Beispiel hauptsächlich aus Plastik bestehen und bei denen die ausgewählten Fotos einfach in separate Folienfächer hineingeschoben werden.

Beim modernen Fotobuch ist der Variantenreichtum ebenfalls sehr groß, eventuell sogar größer als beim klassischen Fotoalbum. Auch hier stehen diverse Größen zur Verfügung. Hinzu kommt unter anderem eine große Auswahl an unterschiedlichen Covern, Bindungen, Papierstärken und Gestaltungsmöglichkeiten (zum Beispiel das Bedrucken des Covers und des Buchrückens). Insbesondere die Lay-Flat-Bindung ist etwas ganz Besonderes: Sie ermöglicht es, in einem Fotobuch Panoramaaufnahmen unterzubringen, die sich über zwei Seiten erstrecken. In einem klassischen Fotoalbum, das mit Papierfotos arbeitet, sollte eine solche Gestaltung kaum möglich sein, ohne die Fotos in Mitleidenschaft zu ziehen.

 

Der Aufwand bei der Erstellung

Einer der wesentlichsten Unterschiede zwischen einem klassischen Fotoalbum und einem Fotobuch wird erkennbar, wird der Entstehungsprozess genauer unter die Lupe genommen. Das Fotoalbum wird in aller Regel zwar fertig gekauft, das Befüllen mit den eigenen Bildern ist aber noch echte Handarbeit. Diese ist insbesondere dann recht aufwendig, wenn die Fotos wirklich in das Album geklebt oder wenn zum Beispiel einzelne Seiten als Collagen angelegt werden sollen. Benötigt werden in der Regel also nicht nur viele Papierfotos und ein leeres Album, sondern auch Kleber und eventuell weitere Bastelutensilien wie Schere, Lineal, Material für Verzierungen etc. Einen sehr persönlichen Touch kann man einem klassischen Fotoalbum allerdings durch handschriftliche Bildunterschriften verleihen – diese anzufertigen, ist zwar auch mitunter mühsam, aber sicherlich eine tolle Erinnerung, wenn auch noch kommende Generationen die Handschrift ihrer Eltern oder gar Großeltern erblicken können.

 
Foto im Echtfotobuch
 

Beim Erstellen eines hochwertigen Fotobuches spielt klassische Handarbeit keine Rolle. Hier läuft alles über den PC. Dies allein macht die Erstellung eines Fotobuches aber noch nicht unbedingt unaufwendiger: Auch ein Fotobuch muss schließlich gut konzipiert sein, damit es eine Geschichte erzählt und den Betrachter fesselt. Weniger mühsam als bei einem Fotoalbum ist es allerdings, bei einem Fotobuch besondere Gestaltungen zu realisieren. Mit der Software der Fotobuchanbieter lassen sich Aufnahmen per Mausklick anpassen und verändern, Hintergründe können aufwendig gestaltet werden und zahlreiche weitere Optionen, die ein Fotobuch zu einem echten Hingucker machen können, eröffnen sich.
Fazit: Der veränderte Umgang mit der Fotoarchivierung und -präsentation

Ohne Frage besitzt auch das klassische Fotoalbum nach wie vor eine Daseinsberechtigung. Das Fotobuch hat allerdings eine kleine Revolution ausgelöst, da es nahezu jedem, der über PC, Internetanschluss und Digitalkamera verfügt, ermöglicht, Fotos professionell zu archivieren und zu präsentieren. Dies gelingt beim Fotobuch auf eine sehr bequeme Art und Weise, ohne dass Basteln ein Thema wäre. Somit ist zu hoffen, dass die Möglichkeiten, die ein Fotobuch bietet, dazu beitragen, dass immer weniger digitale Bilddateien ein unbeachtetes Dasein auf PC und Speichermedien führen werden. Der mittlerweile stark veränderte Umgang mit der Fotoarchivierung und -präsentation, der auf mehr Professionalität und Aufwendigkeit ausgerichtet ist, ist dabei Resultat technischer Neuerungen. Liebevolle, persönliche Gestaltungen kommen aber auch hier nicht zu kurz, wenn Anwender bereit sind, die Möglichkeiten, die moderne Fotobuchsoftware bietet, auszunutzen und ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen.

 


 
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